Der Mann, der die Schuhe liebt!

14.06.2016
Tags: Diverses

Machen Schuhe nur Frauenträume wahr? Mitnichten! Es gibt ihn, den Mann, der Schuhen nicht widerstehen kann und es genießt, Qualität zu kaufen und zu tragen. Zu dieser eher seltenen Spezies gehört Peter Hübl – gebürtiger Hesse, Kaufmann, 70 Jahre alt, Rentner, WOGENO-Mitglied, Bewohner in der Fritz-Winter-Straße und: Schuhliebhaber. Im Keller des WOGENO-Hauses eröffnete er Anfang April 2016 eine Schuhwerkstatt und erfüllte sich damit einen großen Traum: Nachbarschaftshilfe mit seiner Leidenschaft für Schuhe zu verknüpfen.

Ein Kindheitstraum wird nicht wahr.

Der Geruch von Leder, Leim und Gummi zog ihn schon als Kind immer wieder in die uralte Werkstadt des Dorfschusters. Die kleinen Werkzeuge, die großen Maschinen und das händische Geschick des Meisters übten eine große Faszination auf ihn aus, und sein weiterer Lebensweg lag damals ganz klar vor ihm: Er würde Schuster werden! Allerdings hatten die Eltern das letzte Wort und so wurde er stattdessen Kaufmann.

Doch der Traum vom selbstgemachten Schuh schwelte weiter in ihm. Seine Nichte, eine Schauspielschülerin in Wien, machte ihn auf einen Wiener Schuhmacher aufmerksam, der genau das richtige Angebot hatte: Schusterkurse für Enthusiasten. Doch war er lange Zeit beruflich so stark eingebunden, dass er nie die Zeit fand, an einem Kurs teilzunehmen. Aber wie sagt man so schön: Gut Ding braucht Weile, und als frischgebackener Rentner klappte es endlich. Besagter Schuhmacher bot seinen letzten Kurs an, den Peter als einziger Teilnehmer besuchen durfte.

Stich für Stich

Farben und Muster, Leder und Leisten, Werkzeuge und Materialien wie Falzzange, Schusterhammer, Klopfstein, Nagelbohrer, Ahle, Knieriemen, Schusterpech und Schusterdraht, Dreifuß und Ausputzmaschine – drei Wochen lang schwebte er im Schuster-Himmel und lernte, wie zeitaufwendig und schweißtreibend ein selbst gemachter Schuh sein kann. Das ‚Gesellenstück‘, Schuh No.1 erblickte 2008 das Licht der Welt. Eine Qualitätsarbeit, die an vielen kleinen Details erkennbar ist. Schuh No.2 folgte 2012 und 2013 entstand Schuh No.3 für seine Frau (die Glückliche).

Und heute?

Heute bietet er sein Schusterwissen den Bewohnern in der Fritz-Winter-Straße an. Große Maschinen hat er nicht, aber für die meisten Reparaturbedürfnisse reicht seine Ausstattung allemal. In der Werkstatt steht ein Korb, in den die Bewohner ihre Schuhe mit Namen und Reparaturwunsch hinterlegen. Peter repariert und liefert persönlich bis an die Haustür. Das Material zahlt der Kunde selbst plus einen symbolischen Euro für seine Arbeit. Am Samstag, den 09.04.2016, fand die erste Sprechstunde statt, aus der gleich vier Reparaturaufträge hervorgingen. Die gelebte Nachbarschaftshilfe kommt gut an und viele Bewohner wollen gerne mehr für diesen Service zahlen. Ein Sparschwein, das der Gemeinschaft zugutekommt, ist geplant.

Für Peter ging ein langer Traum in Erfüllung und den nächsten realisiert er schon in diesem Jahr zusammen mit seiner Frau. Es geht mal wieder nach Australien, wo sein Bruder wohnt und auch Peter zusammen mit seiner damals frisch angetrauten Inge, mehrere Jahre gelebt hat.

Danke Peter – coole Idee!!

pez

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