Reinmarplatz

Das alte Wilhelmine-Lübke-Altenheim in Neuhausen-Nymphenburg war zu seiner Erstellung Mitte der 60er Jahre eine moderne Einrichtung, die heute jedoch nicht mehr zeitgemäß ist. Daher beschloss der Stadtrat im Jahre 2007, ein neues Konzept zu realisieren. Mit dem Entschluss, die Altenwohnanlage abzureißen und durch einen modernen Neubau mit einem zukunftsweisenden Entwurf zu ersetzen, wurden Überlegungen notwendig, wie der Stiftungszweck, der die Unterstützung von Seniorinnen und Senioren vorsieht, angepasst werden kann.

Im Februar 2011 stimmte der Münchner Stadtrat dem durch das Sozialreferat vorbereiteten Stadtratsbeschluss zu. Die städtische "Stiftung Altenwohnheim Wilhelmine-Lübke-Haus" bleibt Eigentümerin des Grundstückes und wird aus den Einnahmen des in Erbpacht an WOGENO und GEWOFAG vergebenen Baugrundes das Begegnungszentrum als soziale Mitte des Projektes finanzieren.

Gebaut wurde ein generationsübergreifendes Wohnprojekt mit insgesamt 126 Wohnungen, davon 76 von der GEWOFAG und 50 von der WOGENO. Alle Wohnungen sind barrierefrei, zwölf Wohnungen sind rollstuhlgerecht. Das Haus ist in der KfW-Effizienz Klasse 55 errichtet.

Begegnung

Die Architektur ist geprägt durch Offenheit. Der große und parkähnliche Innenhof steht den Mietern des gesamten Blocks zur Verfügung und bietet verschiedene Spiel- und Aufenthaltsbereiche. Das Herzstück des Mehrgenerationenwohnens ist das Begegnungszentrum. Die Bewohner des Reinmarplatzes und darüber hinaus des ganzen Viertels finden im Begegnungszentrum mit Nachbarschaftscafé und Mehrzweckraum Angebote zur Aktivierung von Nachbarschafts- und Selbsthilfe.

Zudem gibt es die WOGENO eigenen Gemeinschaftsräume. Das sind neben den Nutzräumen im Keller (Waschküche, große Fahrradabstellräume und sonstige Lagerräume, Tobe- bzw. Partyraum) insbesondere ein Raum im Erdgeschoss, der als verlängertes Wohnzimmer für die Bewohner dient, sowie die Dachterrasse im Süden mit großartigem Ausblick über den Würmkanal bis in die Alpen. Auf den einzelnen Stockwerken werden die Wohnungen über Laubengänge erreicht. Diese sind aber weit mehr als reine Erschließungsgänge: Sie haben Aufweitungen, die als gemeinschaftliche Balkone genutzt werden.

Der Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss der WOGENO wird aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration gefördert.

Mobil ohne Auto

Ressourcen und Energie können mit einem klugen Nahmobilitätskonzept besonders effizient genutzt und auch eingespart werden. Um motorisierten Verkehr vermeiden zu können, sind gut aufeinander abgestimmte Maßnahmen notwendig. Dabei ist natürlich die fußläufige Erreichbarkeit des öffentlichen Nahverkehrs eine wichtige Voraussetzung.

Große Wirkung zeigen aber auch viele kleinere Maßnahmen. Für Fahrräder wurden beispielsweise ausreichend große Abstellflächen geschaffen. Die Erfahrung in anderen WOGENO-Häusern zeigt, dass dafür weniger Stellplätze für Autos benötigt werden. Am Reinmarplatz gibt es eine Car-Sharing-Station von STATTAUTO München, wodurch für viele Bewohner ein Auto entbehrlich wird.

Zug um Zug wird das Mobikozept in engem Austausch mit der Arbeitsgruppe Mobilität der Bewohner am Reinmarplatz um weitere Bausteine wie beispielsweise E-Bikes erweitert werden.