Wie alles anfing - wie es weitergeht!

Der Anfang von allem

Anlass zur Gründung der WOGENO im Jahr 1993 war weder ein konkretes Hausprojekt noch die Zugehörigkeit zu einer Berufsgruppe oder einer politischen oder geistigen Strömung. Die Gründungsmitglieder der WOGENO trafen sich mit dem gemeinsamen Wunsch, in einer Stadt wie München, die von zunehmendem Existenzkampf auf dem wohn- und sozialpolitischen Feld geprägt ist, wieder neue Zeichen zu setzen und konkrete solidarische Alternativen zu Vereinzelung, Shareholdervalue und sozialer Erosion zu entwickeln.

Wohnpolitische Kompetenz

Seit der Eintragung in das Genossenschaftsregister im Jahr 1994 ist die WOGENO aus der wohnpolitischen Diskussion Münchens nicht mehr wegzudenken. Das hohe Maß an solidarischer Initiative hat Ausstrahlungen in viele Bereiche des städtischen Lebens. Im Zuge unserer Einmischung in die kommunale Wohnungspolitik konnten wir im Laufe der Jahre einige Akzente setzen:

Vergabe von Erbbaurechten

Als ersten Erfolg werten wir die seit 1995 wieder praktizierte Vergabe von Erbbaurechten an Genossenschaften. Dies war zur damaligen Zeit ein taugliches und notwendiges Instrument zur Umsetzung von Projekten neu gegründeter Genossenschaften. In jüngerer Zeit hat sich das Instrument der Erbbaurechte relativiert und wird bei bestehenden Genossenschaften, zu denen wir inzwischen zählen, aus verschiedenen Gründen nicht mehr favorisiert.

Beschluss des Stadtrates zur Wiederverkaufspraxis

Ein weiterer Erfolg ist der Beschluss des Stadtrates zur Wiederverkaufspraxis von Wohnhäusern, die von der Stadt in Ausübung des Vorkaufsrechts erworben wurden. Im Zuge der Reprivatisierung können Genossenschaften diese Häuser zum Verkehrswert kaufen, wenn 75 % der MieterInnen der Genossenschaft beitreten und darüberhinaus bestimmte Einkommensgrenzen eingehalten werden. Das erste Projekt dieser Art, die Häberlstr. 15, konnten wir Mitte 2004 erwerben. Bis Ende 2010 konnten wir 4 weitere Reprivatisierungshäuser sowie eines aus dem Stifungsvermögen der Stadt kaufen und hoffen zusammen mit Mieterinnen und Mietern solcher Häuser, dass dies nicht die letzten waren. Leider hat die dramatische Steigerung der Immobilienpreise im Zuge der Finanzkrise ab 2011 keine weiteren Projekte dieser Art mehr ermöglicht.

Stärkung des genossenschaftlichen Mietwohnungsbaus

Im Neubausektor haben wir gemeinsam mit der Stadtverwaltung neue Formen der Wohnungsbauförderung diskutiert und dazu beigetragen, die Rolle des genossenschaftlichen Mietwohnungsbaus zu stärken.

Energie und Mobilität

Bei Themen wie Energie und Mobilität tragen wir dazu bei, dass sich Standards im Sinn der Bedarfsgerechtigkeit weiterentwickeln.

Soziale Netzweke

Über wohnpolitische Anregungen hinaus wird uns eine hohe Kompetenz bei der Entwicklung sozialer Netzwerke in unseren Hausprojekten und bei der Quartiersentwicklung zuerkannt.

Unabhängigkeit

Die WOGENO hat von Anfang an aus eigener Kraft heraus gewirtschaftet und ist bisher ohne finanzielle Zuwendungen Dritter ausgekommen. Ein hohes Maß an ehrenamtlicher Arbeitsleistungen wird - wie bisher auch - auch künftig erforderlich sein, um die WOGENO auf dem Weg von einer Privatinitiative zu einem leistungsfähigen Wohnungsunternehmen auszubauen.

Und künftig?

Die WOGENO wird ihr Dach über weitere selbstverwaltete Hausgemeinschaften spannen und damit die Idee des sozial vernetzten Wohnens im Rahmen genossenschaftlicher Wirtschaftsweise stärken.